Im Auftrag einer Genossenschaft überarbeiten wir den Internetauftritt unter der Prämisse einer verbesserten Nutzerführung – insbesondere für Wohnungsinteressenten. In diesem Zusammenhang haben wir Probanden unterschiedlicher Altersgruppen an den Rechner gesetzt und deren Verhalten und Kommentare beobachtet.

Besonders interessant war die Arbeit mit einem Ehepaar, beide Ende sechzig. Sie nutzen das Internet gelegentlich zur Beschaffung von Informationen – Tendenz steigend. Während der Mann ungeduldig nach fortführenden Informationen suchte, die er zügig anklicken könnte, versuchte die Frau sich linear durch die Seite zu lesen. Beide hätten die wichtigsten Informationsseiten gern ausgedruckt, um sie noch einmal in gewohnter Manier in eigenem Lesetempo lesen zu können. Außerdem haben die Informationen auf Papier für diese Generation meist mehr Gewicht. Im Vergleich zu jüngeren waren die älteren Tester wesentlich akribischer und lieferten wichtige Hinweise zu kleinen Programmierfehlern, Navigationslücken und Informationsdefiziten.

Unser Fazit: Um verschiedene Lesarten und Web-Temperamente gleichermaßen gut zu führen, lohnt es sich, verschiedene Navigationswege einzubauen. Also Themen z. B. über die klassische Navigationsleiste anzubieten, aber auch an relevanten Stellen separat als Informationsrahmen oder hervorgehobenen Link anzubieten. Für die ältere Generation lohnt es sich auch, gelegentlich gut aufbereitete Themenseiten zu erstellen – diese werden gelesen. Auch die Fotoqualität spielt eine wesentliche Rolle für die „ersten Eindrücke“.